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Hi,
ich arbeite gerade ein Buch über Logik durch.
Leider konnte ein Frage, die ich mir schon sehr lange stelle nicht beantwortet werden.
Ich persönlich sehe das so:
Es gibt die Alltagslogik, die wir in unseren Gesprächen und täglichen Leben nutzen.
Und es gibt die Logik als Wissenschaft.
Muss man diese beiden Logikarten, sage ich mal, nicht streng trennen??
Beispiel:
Im Alltag sagen ganz normale Menschen, dass es logisch ist, dass Steine nach unten fallen. Fast jedes Kind wird einem da zustimmen.
Ein Logiker wird uns dazu aber sagen, dass das absolut nicht logisch ist. Logisch ist nur: Gegenstände fallen nach unten. Dieser Stein ist ein Gegenstand. Also fällt der Stein nach unten.
---------------------- Eigentliche Frage ---------------------- Im folgenden Beispiel ist mir nicht genau klar, wo ich mit dem Denken schon wieder in der Alltagslogik bin:
P1: Wenn es rot ist, dann ist es eine Erdbeere. P2: Es ist rot. K: Also ist es eine Erdbeere.
Frei Schnautze erklärt(also Alltagslogik gemischt mit Logik): ------------------------------------------- Der Schluss ist nicht deduktiv zwingend, weil durch die Benutzung des Personalpronomes "es" wird gar nicht genau gesagt, was "es" denn sein soll. Ein Tier, Pflanze, Gegenstand... Demnach ist auch ein roter Ball eine reife Heidelbeere oder eine reife Kirsche, ein roter Donut eine Erdbeere. Und das sind ja alles keine Erdbeeren. Also ist der Schluss nicht deduktiv zwingend.
Ohne Alltagslogik erklärt: --------------------------- Wenn ich einen offensichtlicheren Schluss mit der gleichen Struktur finde, bei dem die Prämissen richtig und die Konklusion falsch ist, dann ist auch der geprüfte Schluss falsch.
Wenn etwas weiß ist, dann ist es Schnee. Etwas ist weiß. Also ist etwas Schnee.
Dieser Schluss hat wahre Prämissen und eine falsche Konklusion und die gleiche Struktur wie der zu prüfende Schluss, also ist der zu prüfende Schluss auch nicht deduktiv zwingend.
Jetzt kann man es aber auch noch erklären:
Weil wir eine ungenaue Angabe darüber haben, was denn genau jetzt weiß sein soll, ist ja alles, was weiß ist Schnee.
Hier ist aber doch schon wieder Alltagslogik im Spiel, denn Schnee kennen wir nur aus dem Alltag. Genauso alle Gegenstände, die weiß sind, weiße Farbe, Autos, Plastiklöffel.
Man sagt ja dann, der Schluss ist nicht zwingend, weil ein weißes Auto kein Schnee ist.
Ist das von der Logik her richtig??
Für alle, die mir helfen möchten (automatisch von OnlineMathe generiert): "Ich möchte die Lösung in Zusammenarbeit mit anderen erstellen." |
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Hallo, es ist doch nicht einmal logisch, dass Steine "nach unten" fallen. Das ist erst mal nur ein Erfahrungswert (ein Baby weiß noch nicht, dass die Vase auf dem Tisch runterfällt, wenn es an der Tischdecke zieht). Letztendlich bennennen wir dann mit "unten" auch nur die Richtung, in die wir die meisten Gegenstände haben fallen sehen.
Dass Steine letztendlich in die Richtung fallen die wir "unten" nennen, ist nur eine logische Folge aus der Gültigkeit des Gravitationsgesetzes und der Tatsache, dass der Stein eine Masse besitzt.
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Stimmt, Alltagslogik sollte man eher als Erfahrungswerte bezeichnen.
Aber bei dem Beispiel mit dem Stein, ist die einzige logisch Begründung nur diese: Gegenstände fallen nach unten. Dieser Stein ist ein Gegenstand. Also fällt der Stein nach unten.
Mit Physik usw. stand in den Logikbüchern dann nie etwas.
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ledum 
12:13 Uhr, 27.02.2015
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Hallo die Logik fängt immer mit Definitionen an. im Alltag werden die als bekannt angenommen. was ist ein Gegenstand, was ist ein Stein, die "Logik" Gegenstände fallen nach unten ist falsch, ein Heliumballon ist ein Gegenstand. Die mathematische Logik bezieht sich auf exakt definierte "Objekte" und Aussage formen. wie ist "fallen" definiert. usw. Wir verwenden im Alltag- mit vorrausgesetzter Definition einige logische Schlussfolgerungen, die "Definitionen" ergeben sich aus der Erfahrung und Wortgebrauch. Allerdings versuchen populäre Logikbücher immer wieder Dinge mit sätzen aus der Alltagssprache zu erklären, unterlassen aber auf die Definition der verwendeten Begriffe hinzuweisen. Gruß ledum
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Oh, dann sollte man dem Prof. mal sagen, dass seine Logik falsch ist.
Gegenstände fallen nach unten. Dieser Stein ist ein Gegenstand. Also fällt der Stein nach unten.
Mit dem Heißluftballon: ------------------------
Gegenstände fallen nach unten. Dieser Heißluftballon ist ein Gegenstand. Also fällt der Heißluftballon nach unten.
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Ich habe hier noch ein schönes Beispiel, wo man (wenn man noch nicht logisch denkt) schön sehen kann, welchen Fehler man im Alltag macht.
Es gibt Amerikaner, die nicht weiß sind. Also gibt es weiße Amerikaner.
Aus der alltäglichen Erfahrung würde man dem sofort zustimmen.
Aber ohne Alltagserfahrung haben wir hier Objekte, die Amerikaner heißen, wo welche nicht weiß sind. In der Prämisse ist implizit nicht gesagt, ob es weiße Amerikaner gibt.
Das, was wir aus unserer Erfahrung wissen, spielt hier absolut keine Rolle!
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ledum 
15:16 Uhr, 27.02.2015
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Hallo diese Folgerung ist ja auch nicht "logisch" zum post davor und der Schreiber sollte sich wohl nie in den Gegenstand "Flugzeug" setzen. Das kommt davon wenn man ohne Definition arbeitet. etwa Gegenstand im Sinne der Aussage sind Objekte auf der erde, deren spezifisches Gewicht größer als das der Luft ist und die keinen Antrieb haben . jetzt muss man noch spez. Gewicht und Antrieb definieren usw. . man sollte eben nicht mit Alltagssprache und darin angenommenen Definitionen arbeiten. eine typische Alltagslogik unserer Politiker TTIP nutzt den grißen Konzernen große Konzerne bieten Arbeitsplätze. unser Land braucht Arbeitsplätze Folgerung wir brauchen TTIP Gruß ledum
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Das mit dem Flugzeug ist wirklich ein sehr gutes Beispiel.
Mir ist mittlerweile klar geworden, was ich trennen muss.
Vielen Dank für Eure Antworten!!
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