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Beschränkte Variation Beispiel

Universität / Fachhochschule

Tags: Variation, Variationsrechnung

 
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Messe687

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16:11 Uhr, 22.01.2026

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Hey,

In lerne gerade die beschränkte Variation und habe es wohl noch nicht ganz verstanden.
Wir nutzen folgende Definition:

Sei Ωn offen. Dann hat f beschränkte Variation in Ω, wenn:
fΩ:=sup{Ωf*divφ:φCc1(Ω)n,φC01}<.

In der Vorlesung und auf Wikipedia habe ich das Beispiel gefunden, dass
f1(x)=xsin(11x) keine beschränkte Variation hat, f2(x)=x2sin(1x) jedoch schon.

Leider habe ich keinen Beweis dazu und komme auch nicht darauf, wie das gezeigt wurde und warum genau das gilt.

Ich hoffe jemand kann helfen :-)

LG Felix

Für alle, die mir helfen möchten (automatisch von OnlineMathe generiert):
"Ich möchte die Lösung in Zusammenarbeit mit anderen erstellen."
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Antwort
HAL9000

HAL9000

16:45 Uhr, 22.01.2026

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Zumindest für beschränkte Ω1 kann man diese zwar allgemeinere, aber eben doch unhandliche Definition der Totalvariation ersetzen durch

fΩ=supi=1n-1f(xi+1)-f(xi)

wobei das Supremum über alle n sowie Folgen x1<x2<<xn genommen wird, die natürlich komplett in Ω liegen müssen.


Für konkrete Funktionen kann man diesen Wert berechnen, indem man für die Stellen xi etwa die lokalen Extremstellen wählt. Bei Unbeschränktheitsbeweisen muss man aber nicht genau die Extremstellen nehmen, es reicht auch eine geschickte Wahl in deren Nähe - Beispiel:

f1(x)=xsin(1x) sagen wir auf Ω=(0,1).

Wählt man nun xi=1π2+(n-i)π=2π(1+2(n-i)) für i=1,2,,n, so gilt

f1(xi+1)-f1(xi)=2π(1+2(n-i-1))(-1)n-i-1-2π(1+2(n-i))(-1)n-i=2π(11+2(n-i-1)+11+2(n-i))

und damit (des Supremums wegen)

f1Ω2πi=1n-1(11+2(n-i-1)+11+2(n-i))=2πj=1n-1(12j-1+12j+1)

Offenbar divergiert der Term rechts bestimmt gegen für n (Stichwort Harmische Reihe), d.h. f1 hat keine beschränkte Variation.