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Zinseszinsformel unterjährig + ungerade Laufzeit

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Finanzmathematik

Tags: Finanzmathematik

 
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Binary91

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16:44 Uhr, 11.01.2026

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Hallo zusammen,

ich erstelle mir einen Zinsrechner mit möglichst maximaler Variabilität, wie es eben im Alltag häufig ist.

Ziel: Ein Ausgangskapital K0 soll zum Startzeitpunkt X zu gegebenem Jahres-Nominalzinssatz für einen beliebigen Zeitraum t mit beliebiger Zins-Periodizität (jährig, halbjährig, tertials-/quartalsweise, täglich) verzinst werden.

Was ich bisher weiss, ist:
Sollte der Zeitraum t nicht exakt eine Menge an ganzen Jahren sein, wird eine gemischte Zinsrechnung nötig, wobei:
- Volle Jahre mit der herkömmlichen Zinseszins-Formel für unterjährige Verzinsung (relativer Zinssatz) berechnet werden
- "Reste" am Anfang und am Ende der Laufzeit t mit der einfachen (linearen) Zins-Formel berechnet werden und hierfür wird die Berechnung der Zinstage nötig, wofür die Zins-Methode relevant wird

Nehmen wir folgendes Beispiel-Szenario:
- Startkapital K0=1'000
- Nominalzinssatz =5.00%p. a.
- Disagio =0.00%
- Laufzeit-Beginn: 15.01.2026
- Laufzeit-Ende: 28.09.2028
- Zins-Methode: act/360
- Zins-Periodizität: Quartalsweise

Hierzu stellt sich mir Frage Nr. 1: Wie werden die Zinstermine definiert?
- Option A: Fix (z. B. bei quartalsweiser Periodizität immer zum 31.03.,30.06.,30.09,31.12.)
- Option B: Abhängig vom Laufzeit-Beginn (z. B. bei quartalsweiser Periodizität mit Beginn 15.01. erster Zinstermin am 15.04.?)
- Option C: Es wird nicht nach Perioden, sondern nach Jahren gerundet Das schreiben manche Quellen meiner Google-Recherche, aber dann frage ich mich, wieso z. B. ein Rest von 10 Monaten per einfacher Zins-Rechnung berechnet wird, wenn bei unterjähriger Verzinsung (z. B. quartalsweise) noch 3 Zinstermine vorhanden wären.. Somit denke ich nicht, dass bei unterjähriger Verzinsung auf Jahre gerundet wird, oder?

Abhängig davon gäbe es einen "Rest" potenziell am Anfang und am Ende der Laufzeit (bei Option A oder C) oder nur am Ende der Laufzeit (bei Option B)

Frage Nr. 2: Wie werden die Periodenlängen bestimmt?
- Meine Überlegung: Basierend auf der gewählten Zins-Methode wird die Periodenlänge in Tagen angegeben, wobei das Basisjahr durch die Periodizität geteilt wird. Im Beispiel oben wäre das eine Periodenlänge von 3604=90 Tage. Allerdings frage ich mich, wie das dann bei 3654 wäre, das sind ja ungerade Tage..

Entspräche dann der erste Zinstermin bei obigem Beispiel dem 90. Tag nach dem 15.01.? Ich käme auf den 15.04.2026.. Oder spielt hier eine Rolle, ob der erste oder der letzte Tag nicht verzinst wird?

Ich freue mich bereits über eure Hilfe!

LG Binary

Für alle, die mir helfen möchten (automatisch von OnlineMathe generiert):
"Ich möchte die Lösung in Zusammenarbeit mit anderen erstellen."
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KL700

KL700 aktiv_icon

09:46 Uhr, 12.01.2026

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vgl:
de.wikipedia.org/wiki/Rentenrechnung
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KL700

KL700 aktiv_icon

14:13 Uhr, 12.01.2026

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1) Es wird nach 3 Monaten unterjährig relativ verzinst mit Zinseszins
Quartalszinsfaktor =1+0,054=1,0125 für das Kapital zum jeweils Monatsletzten

A) Kapital K zum 31.3.2026:1000(1+0,0515360), alle Monate haben 30 Tage bei act/360

Die Tage ab dem 16.9.2028=13 Tage werden anteilig verzinst.
Kapital K nach Zinsen am 15.9.2028:K(1+0,0513360)

B) Wie A) nur mit anderen Zinszeitpunkten

C) Kapital zum Jahresende 2026 ermitteln, mit 1,05 multiplizieren und weiter anteilig nach
Sparbuchmethode bei 28.9.2028 verzinsen


2) Sollte sich aus 1) ergeben.

Binary91

Binary91 aktiv_icon

14:27 Uhr, 12.01.2026

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Hallo KL700

Erst einmal vielen Dank für Deine Hilfe!

Zu Deiner Antwort:
Die Auswahl der Optionen A-C, die ich geschildert habe, waren eher als Frage gemeint, welche Option in der Praxis genutzt wird. Oder kommen alle Optionen in der Praxis vor und jede Bank macht das anders?

Du schreibst eingangs, es wird nach 3 Monaten unterjährig relativ verzinst. Somit gehe ich davon aus, dass in der Praxis Option B genutzt wird? Dann stellt sich mir immer noch die Frage, wie die Zinstermine genau berechnet werden. Wenn in act/360 jeder Monat 30 Tage hat, rechne ich dann Starttermin (z. B. 15.01.2026)+330 Tage =15.04.2026? Wäre an diesem Datum der erste Zins fällig oder rechnet man den 15.01. bereits ein und er wäre somit am 14.04.2026 fällig?

Wie wäre es ausserdem mit einer anderen Methode wie z. B. die act/act-Methode? Wenn ein Jahr 365 Tage hat und quartalsweise verzinst wird, wie gross ist dann genau ein Quartal? 3654 ergibt ja keine gerade Zahl..

Vielleicht könntest Du mir einfach schnell konkret zu genanntem Beispiel (Start 15.01.2026, quartalsweise Verzinsung) für beide Methoden (act/360, act/act) die 4 Zinstermine für das Jahr 2026 (oder sind es nur 3?) nennen? Ich denke, dann verstehe ich, wie man sie ermittelt (hier bitte auch kurz erwähnen ob eine Rolle spielt, ob der erste oder der letzte Tag mit verzinst wird). Danach überlege ich mir, wie man die Zinsen berechnet (ich vermute, lineare Verzinsung und Berechnen der Zinstage für die "Reste", relative Zinseszins-Berechnung für die vollen Quartale).

Vielen Dank Dir bereits vorab, das würde mich sehr weiterbringen.

LG Binary
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KL700

KL700 aktiv_icon

14:42 Uhr, 12.01.2026

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Es kommt auf die Sparform an.
Es gibt die Sparbuchmethode, die konforme und die relative unterjährige Verzinsung
und seltene Sonderformen wie die stetige Verzinsung.
Beim Zinssatz muss der effektive Jahreszins genannt werden, wenn nicht ist der Zinssatz
meist der relative Jahreszins, was zum unterjährigen Zinseszinseffekt führt.

Ja, act/act heißt das mit 365 bzw. 366 gerechnet wird.
Ob eine schöne Zahl als Zinsfaktor rauskommt, hängt auch vom Zinsatz ab.
z.B. 3,85%p.a. gibt auch krumme unterjährige Zinsfaktoren.

In der Finanzwelt beschreibt act/act (kurz für actual/actual) eine sogenannte Zinstagezählmethode. Sie legt fest, wie viele Tage für die Berechnung von Zinsen innerhalb eines Zeitraums gezählt werden und wie viele Tage ein Jahr hat.

Act/act gilt als die genaueste Methode, da sie den Kalender exakt so berücksichtigt, wie er ist.
Es gilt: Entweder 1. oder letzten Tag mitzählen.